Pressemitteilung:: Handy weg reicht nicht: Kinder und Jugendliche online besser schützen
Handy weg reicht nicht: Kinder und Jugendliche online besser schützen
Soziale Medien gehören heute selbstverständlich zum Alltag junger Menschen. Gleichzeitig begegnen Kinder und Jugendliche dort Cybermobbing, Desinformation, versteckter Werbung und Funktionen, die gezielt dazu verleiten sollen, immer weiterzuscrollen. Mädchen und junge Frauen sind zudem besonders häufig von sexualisierter Belästigung, Body-Shaming, frauenfeindlichen Inhalten oder manipulierten Bildern betroffen. Mit einem Bericht zu den Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen befasst sich das Europäische Parlament deshalb mit der Frage, wie Minderjährige im digitalen Raum besser geschützt werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem mehr Verantwortung der Plattformen, sichere Voreinstellungen, transparentere Algorithmen und eine stärkere Medienkompetenz. Der Bericht wurde heute im Europäischen Parlament abgestimmt.
Sabrina Repp, Mitglied im Bildungs- und Kulturausschuss:
„Jungen Menschen einfach das Handy wegzunehmen, reicht nicht. Soziale Medien gehören zu ihrem Alltag. Entscheidend ist, dass sie verstehen, was ihnen dort begegnet: Was ist echt, was ist Fake? Warum wird mir genau dieses Video angezeigt? Und wer verdient daran, dass ich immer weiterscrolle?
Medienkompetenz muss deshalb heute zur Grundausstattung gehören – in Schulen genauso wie in der Jugendarbeit. Dabei dürfen wir Kinder und Jugendliche nicht alleinlassen. Auch Eltern, Lehrkräfte und Menschen in der Jugendarbeit brauchen Unterstützung, um junge Menschen sicher durch die digitale Welt zu begleiten.
Gleichzeitig müssen die Plattformen Verantwortung übernehmen – gerade wenn Mädchen und junge Frauen mit sexualisierter Belästigung, Body-Shaming oder frauenfeindlichen Inhalten konfrontiert werden. Und wenn wir weniger Bildschirmzeit wollen, müssen wir auch gute Alternativen schaffen: Jugendclubs, Sportvereine, Musikschulen und Orte, an denen junge Menschen einfach zusammenkommen können. Gute Jugendpolitik findet online und offline statt.“