NEUES AUS DEM EUROPÄISCHEN PARLAMENT: Newsletter 10/2026
In den vergangenen Wochen war wieder einiges los! Ob bei den Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt, der Europäischen Woche der Regionen und Städte oder spannenden Gesprächen über die Zukunft von Erasmus+: In Brüssel ging es vor allem darum, wie wir unsere Regionen stärken, jungen Menschen neue Chancen eröffnen und Europa gerechter gestalten können.
Besonders gefreut habe ich mich über den Austausch mit jungen Menschen, Engagierten aus der Zivilgesellschaft und vielen spannenden Gästen im Europäischen Parlament. Auch in Mecklenburg-Vorpommern war ich unterwegs. Von der feierlichen Immatrikulation in Rostock bis zu Gesprächen über die Zukunft der LEADER-Förderung auf Rügen.
Und schon diese Woche geht es weiter: In Straßburg stehen wichtige Debatten und Entscheidungen zu Erasmus+, dem EU-Haushalt 2027 und der beruflichen Bildung an.
Was mich in den vergangenen Wochen beschäftigt hat und welche Themen jetzt anstehen, erfahrt ihr in diesem Newsletter.
Viel Spaß beim Lesen!
AUSSCHUSS FÜR REGIONALE ENTWICKLUNG (REGI)
Die Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt für 2028 bis 2034 gehen in die nächste Runde. Der neue Vorschlag der irischen Ratspräsidentschaft sieht vor, den EU-Haushalt insgesamt um acht Prozent zu kürzen. Für Mecklenburg-Vorpommern gibt es immerhin ein wichtiges Signal: Die Fördermittel für unsere Regionen und ländlichen Räume sollen weitgehend geschützt werden. Das ist entscheidend, denn mit diesen Geldern unterstützen wir Projekte vor Ort, stärken unsere Wirtschaft und sorgen dafür, dass die Menschen auch abseits der großen Städte gute Perspektiven haben. Doch es gibt auch Schattenseiten: Für Regionen wie MV fehlt weiterhin eine verbindliche finanzielle Absicherung. Gleichzeitig soll bei Forschung, Erasmus+ und europäischen Infrastrukturprojekten deutlich gespart werden. Das halte ich für den falschen Weg. Wir dürfen die Entwicklung unserer Regionen und Investitionen in Europas Zukunft nicht gegeneinander ausspielen. Statt immer neue Kürzungen vorzuschlagen, müssen wir endlich ernsthaft über zusätzliche Einnahmequellen für die EU sprechen.
Währenddessen intensivieren sich die Verhandlungen über die Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne. Als Verhandlerin für die S&D-Fraktion im Ausschuss für regionale Entwicklung setze ich mich dafür ein, dass unsere Regionen und Kommunen mitentscheiden können und die vielen Engagierten vor Ort eine starke Stimme bekommen. Denn sie sind es, die mit Programmen wie LEADER unsere ländlichen Räume gestalten und zukunftsfähig machen.
Die Vielfalt der Regionen sichtbar machen – European Week of Regions and Cities
Vergangene Woche drehte sich im Europäischen Parlament um die Städte und Regionen. Bei einer Veranstaltung der von Interreg Baltic Sea ging es um die neue Ostseestrategie der EU. Als Mitglied der Ostseeparlamentarierkonferenz ist für mich klar: Zusammenarbeit, Resilienz und Wirtschaftsförderung brauchen im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU ein starkes Fundament.
Gemeinsam mit meiner Kollegin Christina Guarda habe ich außerdem ein Podium zu zivilgesellschaftlichem Engagement im ländlichen Raum moderiert. Initiativen wie LEADER und von der örtlichen Gemeinschaft geführte lokale Entwicklung (CLLD) bringen Menschen im ländlichen Raum zusammen und schaffen spürbaren regionalen Mehrwert. Sie zu stärken, ist unser gemeinsames Ziel.
AUSSCHUSS FÜR KULTUR UND BILDUNG (CULT)
Erasmus+ Veranstaltung: Geflüchteten den Weg an die Hochschule öffnen
Als Gastgeberin und Rednerin habe ich die Abschlusskonferenz des Share HERCoN-Projekts im Europäischen Parlament begleitet. Besonders beeindruckt hat mich der Beitrag einer Studentin aus Afghanistan, die derzeit in Portugal studiert. Sie berichtete davon, wie schwierig es für geflüchtete Menschen sein kann, in Europa ein Studium aufzunehmen und fortzusetzen. Ihre Erfahrungen haben sehr deutlich gemacht, warum wir den Zugang zu Hochschulen erleichtern müssen. Darüber haben wir auf dem Panel auch mit Blick auf die Zukunft von Erasmus+ gesprochen. Solche Erfahrungen aus der Praxis nehme ich in die weiteren Verhandlungen zum Programm mit.
Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besser schützen
In Brüssel habe ich mich mit einer Delegation der Kinderkommission des Bayerischen Landtags getroffen. Im Mittelpunkt unseres Austauschs stand die Frage, wie wir Kinder und Jugendliche im Internet besser schützen können und welche Rolle dabei die europäische Gesetzgebung spielt. Besonders intensiv haben wir über den geplanten europäischen Kids Act gesprochen. Denn soziale Medien und digitale Plattformen gehören längst zum Alltag junger Menschen. Gleichzeitig sind Kinder und Jugendliche dort mit Risiken wie Cybermobbing, problematischen Inhalten und manipulativen Algorithmen konfrontiert.
Mir ist dabei besonders wichtig, dass wir nicht einfach nur über Verbote sprechen. Wir brauchen klare Regeln für die Plattformen, mehr Medienkompetenz bei Kindern, Eltern und Lehrkräften und einen besseren Schutz insbesondere für Mädchen und junge Frauen. Der Austausch mit der Kinderkommission hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen europäischer und regionaler Politik ist.
Junge Stimmen, große Fragen: Im Austausch mit der „Lass reden!“-Kampagne
Wie schaffen wir es, junge Menschen wieder stärker für Europa zu begeistern? Welche Perspektiven bietet die EU für ihre Zukunft? Und wie können junge Menschen die europäische Politik aktiv mitgestalten?
Über genau diese Fragen habe ich mich mit rund 30 Jugendlichen der „Lass reden!“-Kampagne der Europäischen Kommission sowie den beiden Content Creatorn Nadine Hadad und Milan David im Europäischen Parlament ausgetauscht.
Im Mittelpunkt standen die Themen, die junge Menschen unmittelbar bewegen: von Bildungs- und Mobilitätschancen durch Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps (ESK) bis hin zur Frage, wie wir europäische Austauschprogramme künftig noch zugänglicher gestalten können. Dabei ging es auch um die Idee, Erasmus+ bereits ab 16 Jahren stärker zu ermöglichen und jungen Menschen frühzeitig europäische Erfahrungen zu eröffnen.
Auch die wirtschaftliche Zukunft Europas wurde intensiv diskutiert. Wie können wir mit „Made by EU“ europäische Produkte und unsere gemeinsame europäische Identität stärken? Wie sichern wir Arbeitsplätze und Produktionsstandorte innerhalb der EU und reduzieren wirtschaftliche Abhängigkeiten, beispielsweise von China?
Ein zentrales Thema war außerdem das Vertrauen junger Menschen in die Politik. Viele blicken mit Unsicherheit auf ihre Zukunft und fühlen sich von den etablierten Parteien nicht ausreichend vertreten. Für mich ist deshalb klar: Wir müssen Zukunftsperspektiven wieder stärker in den Mittelpunkt unserer Politik rücken und junge Menschen nicht nur ansprechen, sondern sie aktiv an politischen Entscheidungen beteiligen.
Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen über mögliche Kürzungen europäischer Fördermittel ist es entscheidend, dass wir nicht bei den Programmen sparen, die jungen Menschen Chancen, Begegnungen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Europa muss für junge Menschen mehr sein als eine politische Institution. Europa muss im Alltag erlebbar sein, Perspektiven eröffnen und vor allem zuhören. Denn die Zukunft Europas lässt sich nur gemeinsam mit der jungen Generation gestalten.
AUSBLICK AUF DIE PLENARWOCHE IN STRASSBURG
Vom 19. bis 22. Oktober geht es für mich wieder nach Straßburg zur nächsten Plenarwoche des Europäischen Parlaments. Auf der Tagesordnung stehen wichtige Entscheidungen und Debatten, die uns auch in den vergangenen Wochen bereits intensiv beschäftigt haben.
Besonders spannend wird es bei Erasmus+!
Wie ich euch in den letzten Newslettern bereits berichtet habe, verhandle ich für die S&D-Fraktion Erasmus+. Nachdem wir im Kultur- und Bildungsausschuss bereits an unserer Position gearbeitet haben, steht das Thema am Mittwoch und am Donnerstag nun auf der Tagesordnung des Plenums. Dabei geht es um die künftige Ausgestaltung des Programms und darum, wie wir Erasmus+ zugänglicher, inklusiver und finanziell besser ausstatten können. Ein wichtiger nächster Schritt auf dem Weg zum neuen Erasmus+!
EU-Haushalt 2027: Das Parlament legt seine Position fest
Am Dienstag beraten wir über den EU-Haushalt für 2027, bevor am Mittwoch die Abstimmungen anstehen. Dabei entscheidet das Parlament über seine Position zu den finanziellen Prioritäten für das kommende Jahr. Parallel dazu laufen die Verhandlungen über den langfristigen EU-Haushalt ab 2028 weiter, bei denen ich mich insbesondere für starke Investitionen in Bildung, Jugend und sozialen Zusammenhalt einsetze.
Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Zukunft der beruflichen Bildung in Europa. Wie können wir junge Menschen besser auf den Wandel der Arbeitswelt vorbereiten? Wie stärken wir Ausbildungsangebote und begegnen dem Fachkräftemangel? Dazu steht am Donnerstag eine weitere Debatte auf der Agenda.
Auch die europäische Regionalpolitik, der Klimaschutz und die Ergebnisse des jüngsten EU-Gipfels werden uns in Straßburg beschäftigen.
Es wird also eine volle Plenarwoche mit wichtigen Weichenstellungen für Europas Zukunft.
NEUES AUS DEM WAHLKREIS
Mecklenburg-Vorpommern
04.-07.10. Besuchergruppe aus MV im Europäischen Parlament in Straßburg
Anfang Oktober ging es für eine Besuchergruppe aus Mecklenburg-Vorpommern auf meine Einladung nach Straßburg. Vier Tage lang standen europäische Politik, Geschichte und Kultur auf dem Programm. Höhepunkt war natürlich der gemeinsame Besuch im Europäischen Parlament. Dort konnten die Teilnehmenden einen Blick hinter die Kulissen werfen und mit mir über meine Arbeit als Europaabgeordnete ins Gespräch kommen. Aber auch abseits des Parlaments gab es viel zu entdecken: Bei einer Stadtführung durch das historische Viertel Petite France, einer Bootsfahrt auf der Ill und einem gemeinsamen elsässischen Abendessen kam der persönliche Austausch nicht zu kurz. Mir ist wichtig, Europa nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Vielen Dank an alle, die dabei waren, für die spannenden Gespräche und die schönen gemeinsamen Tage!
09.10. Feierliche Immatrikulation der Universität Rostock
Neue Stadt, neue Menschen und die erste eigene WG: Mit dem Studium beginnt für viele ein aufregender Lebensabschnitt. Diesen besonderen Moment durfte ich bei der feierlichen Immatrikulation der Universität Rostock begleiten. Nach dem Festzug kamen wir in der wunderschönen Marienkirche zusammen, um die neuen Studierenden willkommen zu heißen. Herzlichen Dank an Rektorin Elizabeth Prommer, Bettina Martin und Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger für den schönen Empfang! Allen Erstsemestern wünsche ich einen gelungenen Start, viel Neugier und Zeit, das Studierendenleben an der Ostsee zu genießen.
16.10. Pressefrühstück in Bergen auf Rügen
Außerdem habe ich in meinem Wahlkreisbüro in Bergen auf Rügen ein Pressefrühstück mit Journalistinnen und Journalisten aus Rügen und Stralsund veranstaltet. Unter dem Motto „Europa zum Frühstück“ lade ich einmal im Quartal an verschiedenen Orten in meinem Wahlkreis zum gemeinsamen Austausch ein. Dabei ist mir die Perspektive der Presse vor Ort besonders wichtig: Welche Themen beschäftigen die Redaktionen? Vor welchen Herausforderungen stehen lokale und regionale Medien? Und wie kann ich ihre Anliegen in meine Arbeit in Brüssel einbringen?
16.10. Ideen vor Ort stärken: Austausch mit LEADER Rügen-Nordvorpommern
Wie geht es mit LEADER ab 2028 weiter? Darüber habe ich mit Vertreterinnen und Vertretern der LEADER-Regionen Rügen und Nordvorpommern gesprochen. Zum Auftakt haben wir den Naturhof Otto besichtigt. Der familiengeführte Biobetrieb verbindet Landwirtschaft mit einem Hofladen, einem Café und Bildungsangeboten und zeigt, wie vielfältig das Engagement für die Region sein kann. Beim anschließenden Austausch ging es darum, wie LEADER auch künftig Ideen und Projekte vor Ort unterstützen kann. Dafür brauchen Kommunen, Vereine und Ehrenamtliche frühzeitig Planungssicherheit, ausreichend Fördermittel und die Möglichkeit, selbst über die Entwicklung ihrer Region zu entscheiden. Überreicht wurde mir auch das gemeinsame Positionspapier der 14 LEADER-Regionen Mecklenburg-Vorpommerns. Ihre Anliegen nehme ich mit in die europäischen Verhandlungen und setze mich dafür ein, dass die Menschen in unseren ländlichen Räumen ihre Zukunft weiterhin aktiv gestalten können.
Kommende Termine
- 23.10. Jugendpolitisches Gespräch mit internationalen Jugendfeuerwehren auf Rügen
- 23.10. Austausch über europäische Förderprogramme beim AWO Regionalverband Rügen
- 26.10. SPD-Bundestagsfraktion vor Ort in Rostock mit Katrin Zschau und Siemtje Möller: “Zwischen Abschreckung und Diplomatie: Wie gelingen Frieden und Sicherheit in Europa?”
- 27.10. Austausch mit Bürgermeister Nico Klose in Neubrandenburg
- 28.10. Jugendpolitischer Fachtag der Nordkirche in Rostock
- 29.10. Vorstellung des Berichts der Landesintegrationsbeauftragten in Schwerin
- 06.11. Teilnahme als Referentin und Podiumsgast an der Berlin Conference
- 13.11. Akademischer Jahresempfang der Wissenschaftsregion Rostock
Sachsen-Anhalt
17.10. Unterwegs vor Ort in Halle und Magdeburg: SPD-Parteitag, Correctiv-Konferenz und Indisches Kulturfest
Am Samstag war ich beim Stadtparteitag der SPD Halle (Saale) zu Gast. Neben den Wahlen zum neuen Stadtvorstand ging es auch um die zukünftige Ausrichtung der Parteiarbeit vor Ort. In meinem Grußwort habe ich betont, wie wichtig eine starke Sozialdemokratie auf allen politischen Ebenen ist. Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen wir Zusammenhalt, klare politische Antworten und Menschen, die sich vor Ort engagieren. Vielen Dank an die Genossinnen und Genossen in Halle für ihren Einsatz!
Anschließend ging es für mich nach Magdeburg zur CORRECTIV-Lokalkonferenz. Gemeinsam mit Steffen Honig von der Volksstimme habe ich darüber diskutiert, wie europäische Politik ihren Weg in die lokale Berichterstattung findet. Denn ob EU-Fördermittel für den Strukturwandel, Investitionen in unsere Regionen oder Erasmus+: Europa ist längst Teil unseres Alltags. Doch viel zu oft bleibt unsichtbar, wo überall europäische Entscheidungen dahinterstecken. Umso wichtiger ist ein starker, unabhängiger Lokaljournalismus, der diese Zusammenhänge verständlich macht und kritisch begleitet.
Zum Abschluss des Tages durfte ich beim indischen Kulturfest „Bathukamma & Dasara“ in Magdeburg zu Gast sein. Die traditionellen Feste aus dem indischen Bundesstaat Telangana stehen für Leben, Natur, Gemeinschaft und Zuversicht. Besonders schön war zu erleben, wie Kultur Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt. Ein herzliches Dankeschön an TIGER e. V. für die Einladung und das Engagement für den Austausch zwischen Deutschland und Indien. Denn ob in der Politik, im Journalismus oder bei kulturellen Begegnungen: Unser Zusammenhalt lebt davon, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und Brücken bauen.