Pressemitteilung: Frauen im ländlichen Raum stärken heißt Europas Zukunft sichern
Der Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter des Europäischen Parlaments hat mit dem Initiativbericht „Women’s entrepreneurship in rural and island areas and outermost regions“ ein klares Signal für mehr wirtschaftliche Selbstständigkeit von Frauen in ländlichen Regionen gesetzt. Dazu Sabrina Repp, Verhandlerin des Berichtes für die sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament:
„Frauen im ländlichen Raum tragen unsere Regionen – in Familienbetrieben, in der Landwirtschaft, im Tourismus, im Handwerk und zunehmend auch in innovativen Unternehmen. Trotzdem stoßen sie noch immer auf strukturelle Hürden. Das ändern wir jetzt Schritt für Schritt“, erklärt Repp.
Der Bericht benennt klar die zentralen Probleme: fehlender Zugang zu Finanzierung, mangelnde Kinderbetreuung, unzureichende Verkehrsanbindungen, Defizite in der digitalen Infrastruktur sowie tief verankerte Geschlechterstereotype.
Wichtige Impulse konnten durch die sozialdemokratische Fraktion gesetzt werden. Dazu gehören der Abbau struktureller Diskriminierung, die Anerkennung und bessere soziale Absicherung mitarbeitender Ehepartner:innen in Landwirtschaft und Handwerk, der gleichberechtigte Zugang zu Land und Agrarfördermitteln sowie eine stärkere geschlechtergetrennte Datenerhebung.
„Gerade die oft unsichtbare Arbeit von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben braucht endlich rechtliche und soziale Anerkennung. Wer täglich Verantwortung trägt, darf im Alter nicht ohne Absicherung dastehen“, so Repp weiter.
Von besonderer Bedeutung ist der Bericht für Mecklenburg-Vorpommern. Das Bundesland ist stark ländlich geprägt, viele Regionen kämpfen mit Abwanderung, langen Wegen und eingeschränkter Infrastruktur. „In Vorpommern oder in der Mecklenburgischen Seenplatte entscheidet der Busfahrplan, die Kinderbetreuung oder ein stabiler Breitbandanschluss darüber, ob eine Frau ein Unternehmen gründen kann. Gleichstellungspolitik ist hier ganz konkret Strukturpolitik“, betont Repp. Gefordert werden gezielte Investitionen in digitale Infrastruktur, Mentoring-Netzwerke, Mikrofinanzierung und ein vereinfachter Zugang zu EU-Fördermitteln.
Ein zentrales Anliegen der Sozialdemokrat:innen war zudem die Verknüpfung von wirtschaftlicher Unabhängigkeit und dem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Bericht fordert die konsequente Umsetzung der Istanbul Convention, besseren Zugang zu Unterstützungsdiensten im ländlichen Raum sowie gezielte Programme zur wirtschaftlichen Stärkung von Betroffenen.
„Ökonomische Unabhängigkeit bedeutet Sicherheit. Wer eigenes Einkommen hat, hat mehr Handlungsspielraum und Schutz. Das ist Kern europäischer Gleichstellungspolitik“, so Repp.
Starke Impulse setzt der Bericht auch bei Bildung und Digitalisierung. Mehr Mädchen und Frauen sollen für MINT-Berufe gewonnen, stereotype Rollenbilder abgebaut und digitale Kompetenzen gezielt gefördert werden.
„Gerade junge Frauen im ländlichen Raum brauchen das Recht zu bleiben – also die Perspektive, vor Ort innovative Unternehmen aufzubauen.“
Mit Blick auf den bevorstehenden Internationaler Frauentag am 8. März unterstreicht Repp: „Der Internationale Frauentag ist kein Symboltermin, sondern ein politischer Auftrag. Gleichstellung entscheidet sich nicht nur in Metropolen, sondern gerade in unseren Dörfern und Regionen. Wer Frauen im ländlichen Raum stärkt, stärkt Demokratie, wirtschaftliche Stabilität und sozialen Zusammenhalt in ganz Europa.“