PRESSEMITTEILUNG: Bildungs- und Kulturausschuss stimmt über neues Erasmus+-Programm ab
Einfacherer Zugang für Schulen, Vereine und junge Menschen in ländlichen Regionen
Brüssel, 29. September 2026.
Der Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments hat seine Position zum neuen Erasmus+-Programm für die Jahre 2028 bis 2034 beschlossen. Ein zentraler Punkt: 15 Prozent des Erasmus+-Budgets sollen künftig für den Jugendbereich vorgesehen werden. Zudem sollen kleinere Organisationen leichter an Fördermittel kommen und bürokratische Hürden sinken. Über die endgültige Position des Europäischen Parlaments entscheidet anschließend das Plenum. Die Europaabgeordnete Sabrina Repp (SPD) verhandelt das Programm für die sozialdemokratische S&D-Fraktion.
„Erasmus+ ist viel mehr als ein Auslandssemester. Schülerinnen und Schüler, Azubis, Jugendgruppen, Lehrkräfte, Sportvereine und Ehrenamtliche sollen Europa genauso erleben können. Ob jemand diese Chance bekommt, darf weder vom Geldbeutel der Eltern noch vom Wohnort abhängen. Das gilt besonders für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Repp.
Als Verhandlerin der S&D-Fraktion hat Repp in den Verhandlungen auf eine stärkere soziale Öffnung des Programms und einen besseren Zugang für junge Menschen in ländlichen Regionen gedrängt. Mit dem vorgesehenen Anteil von 15 Prozent für den Jugendbereich sollen Angebote außerhalb von Studium und Hochschule stärker abgesichert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Zugang für kleinere Einrichtungen. Schulen, Jugendvereine oder ehrenamtlich getragene Organisationen verfügen häufig nicht über eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für europäische Förderanträge. Nach der Position des Ausschusses sollen Verfahren deshalb einfacher und Fördermöglichkeiten niedrigschwelliger werden.
„Ein kleiner Jugendverein oder eine Schule in Mecklenburg-Vorpommern darf nicht an einem komplizierten EU-Antrag scheitern. Gerade dort, wo Wege weiter und Angebote dünner gesät sind, müssen europäische Programme praktisch erreichbar sein. Europa darf keine Frage der Postleitzahl sein“, erklärt Repp.
Auch Schulen und die berufliche Bildung sollen stärker von Erasmus+ profitieren. Repp verweist dabei auf die Bedeutung internationaler Erfahrungen jenseits der Hochschulen: „Ein Azubi aus Rostock, eine Schülerin aus Neubrandenburg oder eine Jugendgruppe aus Vorpommern sollen dieselbe Chance haben, andere Länder kennenzulernen und mit jungen Menschen aus Europa zusammenzuarbeiten. Wer Europa selbst erlebt, versteht sehr konkret, was europäische Zusammenarbeit bedeutet.“
Mit der Ausschussposition ist das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Das Europäische Parlament muss seine Verhandlungsposition im Plenum bestätigen. Anschließend wird die endgültige Ausgestaltung des Erasmus+-Programms für 2028 bis 2034 mit den EU-Mitgliedstaaten verhandelt.